Beim Saisonhöhepunkt in Appenzell Erwartungen nicht erfüllt

Beim Saisonhöhepunkt in Appenzell Erwartungen nicht erfüllt

Die neuen Ehrenmitglieder: Markus Brunner (Arth), Christian Durscher (Rothenburg) und Bruno Odermatt (Rothenburg) 

Beim Jahresrückblick des Innerschweizer Schwingerverbandes standen die Wahl eines neuen technischen Leiters für den Nachwuchs sowie Ehrungen von Schwingern und Funktionären im Vordergrund. Vom Schwingklub Einsiedeln fanden auch die Leistungen Christian Schuler und Martin Schönbächler Erwähnung.

W.S. In der Aula des Schulhauses Gräwimatt konnte Verbandspräsident André Sigrist 208 Anwesende, wovon 165 Stimmberechtigte, begrüssen. Die Versammlung warf erwartungsgemäss keine hohen Wellen. Sämtliche Rechenschaftsberichte wurden diskussionslos genehmigt. Der Vorsitzende hob insbesondere das gelungene Innerschweizer Schwingfest in Menzingen vor 9’500 Zuschauenden hervor . Die Organisatoren lieferten 87’000 Franken, was 25 Prozent der Billetteinnahmen entspricht, dem Verband ab. Es wurde angeregt, die für die Organisatoren hohe Quote der Abgabe zu reduzieren. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von 9’700 Franken ab, sodass sich das Eigenkapital auf 252’000 Franken beläuft. Der Neubau der Schwinghalle des Schwingklubs March-Höfe in Schübelbach wird mit 25’000 Franken unterstüzt.

Der Verband weist total 20’465 Mitglieder (+944), wobei trotz des Schwingerbooms bei den Aktiven mit 886 (-46) Aktive und bei den Jungschwinger mit 994 (-70) eine Verminderung hingenommen werden musste.

Starker Nachwuchs

Stefan Muff ging in seiner Funktion als technischer Leiter auf die Leistungen der Aktiven ein. Das Jubiläumsschwingfest «125 Jahre Eidgenössischer Schwingerverband» in Appenzell verlief für die Innerschweizer enttäuschend. Das Verletzungspech während der ganzen Saison hinterliess beim Saisonhöhepunkt Spuren. In diesem Zusammenhang sollte allerdings auch einmal der grosse Betreuerstab hinterfragt werden. Es ist im Schwingen nicht anders als in anderen Bereichen: Zu viele Köche verderben den Brei. Schwinger sind Sportler, die auf eigenen Füssen stehen sollten. Besondere Erwähnung fand der Rücktritt des Entlebuchers Spitzenschwingers Erich Fankhauser, der trotz seiner für Schwingerverhältnisse bescheidenen Körpermassen jahrelang eine grosse Verbandsstütze war. Vorausschauend sagte Muff: «Für das diesjährige Eidgenössische Schwingfest in Mollis werden wir für die Aktiven die besten Voraussetzungen schaffen.» Mit regelmässigen Trainingszusammenzügen in Ruswil und Stans ist der Startschuss für diesen Saisonhöhepunkt bereits erfolgt.

Anlass zu Hoffnungen geben die Ergebnisse des Nachwuchses. An 37 Buebäschwinget beteiligten sich durchschnittlich 200 Teilnehmer. Von Erfolg gekrönt war der Eidgenössische Nachwuchsschwingertag in Sion. Der Leistungsausweis von einem Dutzend gewonnenen Zweigen und zwei Kategoriensiegen übertraf die Erwartungen.

Festort 2027 bekannt

Als Nachfolger des zurückgetretenen Christian Durscher wurde der Luzerner Alois Gisler als neuer Nachwuchsbetreuter gewählt. Markus Wiss wird ihn als Teamkoordinator und bei administrativen Aufgaben unterstützen. Der Willerzeller Marcel Steinauer wirkt als Schwyzer «Cheftechniker» weiterhin in der technischen Kommission des Verbandes mit. Über den Stand der Vorbereitungen des diesjährigen Verbandsanlasse am 6. Juli in Seedorf orientierte OK-Präsident Daniel Furrer. Aus Platzgründen ist die Arena mit 7’800 Zuschauenden etwas kleiner als bei den letzten Austragungen. Als Landesstatthalter überbrachte Furrer zugleich die Grüsse der Regierung und schloss seine Rede mit den Worten: «Schwingen ist mehr als Sport, es ist eine tief verwurzelte Tradition in unserem Land.»

Das Innerschweizer Schwingfest 2027 wird von den Schwingersektionen Giswil und Lungern in Giswil und der Innerschweizer Nachwuchsschwingertag 2026 in Cham ausgetragen.

Für ihr grosses Schaffen erhielten Markus Brunner (Arth), Christian Durscher (Rothenburg) und Bruno Odermatt (Rothenburg) die Ehrenmitgliedschaft zugesprochen.

Geehrt wurden auch Marcel Bieri, der die Verbandsfeste der Inner- und Nordwestschweizer gewann, und Pirmin Reichmuth für seinen Sieg am Brünigschwinget. Christian Schuler zählte mit seinem Erfolg am Schwyzer Kantonalen zu den Kranzfestsiegern.  Weiter wurde den zwölf Zweiggewinnern des Eidgenössischen Nachwuchsschwingertages ein Präsent überreicht. Der Einsiedler Martin Schönbächler klassierte sich im zweiten Rang.  

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» war zu vernehmen, dass sich mit dem Rücktritt der bisherigen Verbandssponsorin, der Leister AG, mit einem neuen Sponsoringkonezpt dem Verband Möglichkeiten eröffnen, um Partner zu gewinnen. Diese werden nach Vertragsunterzeichnung bekannt gegeben.

Da die Hilfskasse des Eidgenössischen Schwingerverbandes über ein solides Eigenkapital verfügt, wird sie künftig Festorganisatoren bei den Samariterkosten entlasten.

Die Selektionen

Das Innerschweizer Schwingfest vom 6. Juli in Seedorf wird von folgenden Gästen aus den anderen Teilverbänden besucht: Philipp Roth, Patrick Gobeli (Bern); Samuel Giger, Werner Schlegel (Nordostschweiz); Lars Voggensperger, Andreas Döbeli (Nordwestschweiz); Benjamin Gapany, Paul Tornare.

Folgende Innerschweizer wurden für Schwingfeste in anderen Teilverbänden nominiert:

Bernisch Kantonales Schwingfest

  1. Juli, Langnau

Michael Gwerder, Brunnen, Samuel Schwyzer, Grosswangen

Nordostschweizer Schwingertag

  1. Juni, St. Gallen

Marc Lustenberger, Hasle, Lukas Bissig, Attinghausen

Südwestschweizer Schwingfest

  1. Juli, Neuenburg

Marcel Bieri, Edlisbach, Joel Wicki, Sörenberg

Nordwestschweizer Schwingfest

  1. August, Lenzburg

Marco Fankhauser, Entlebuch, Sven Schurtenberger, Nottwil

 

Werner Schönbächler